Hochbetrieb am Silbersee.
Alle Bürger unterstützen den Sportverein
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Erbland (öst) Das hatte die Sportgemeinschaft Erbland-Schönenberg-Schneppsiefen nicht erwartet: Tausende von Besuchern kamen am Wochenende zu ihrem ersten Dorffest „am Silbersee“. Die Gemeinschaft unter den Ortsbewohnern wurde sprichwörtlich. Rund 80 „dienstbare Geister“ sorgten für das leibliche Wohl ihrer Gäste. Ohne die Gemeinschaft wäre die Arbeit – und nicht zu vergessen die Vorbereitung nicht denkbar gewesen.
Vor genau einem Jahr wurde die Sportgemeinschaft ins Leben gerufen. Zwar hatten in früheren Jahren lose Zusammenkünfte und Maifeiern stattgefunden, jedoch die Sportgemeinschaft wollte den Gemeinschaftsgeist „organisieren“. Man betätigte sich zunächst auf sportlichem Gebiet, das heißt, die „alten Herren“ trugen Fußballfreundschaftsspiele gegen andere Ortschaften aus,
Im Laufe der Zeit kam die Sportgemeinschaft überein, die Dorfverschönerung und die Jugendarbeit von sich aus zu fördern.
Immerhin werden in den drei angeschlossenen Orten rund 80 Kinder im Alter von eins bis zehn Jahren gezählt. Zu den gesteckten Zielen gehört Geld. Geld stand der Sportgemeinschaft aber nur in bescheidenem Rahmen zur Verfügung. Aus diesen Gedanken heraus entstand der Plan, ein Dorffest zu veranstalten. Begeistert stimmten die Ortsbewohner zu. Als Festplatz wurde das Haldengelände „am Silbersee“ auserkoren.
Der „Silbersee“ selbst war schon vor Jahren zugeschüttet worden. Umfangreiche Arbeiten waren zur Herrichtung des Festplatzes notwendig.
An Samstagen und nach Feierabend stellten sich die männlichen Ortsbewohner zum Arbeitseinsatz freiwillig zur Verfügung. Sie wendeten rund 800 Arbeitsstunden auf, bis alle Vorbereitungen abgeschlossen waren.
Lichterketten kündigten schon von weitem den Festplatz hoch über dem Aggertal an. Der Vorsitzende der Sportgemeinschaft, Friedrich-Wilhelm Zimmermann eröffnete am Samstag das Dorffest. Er begrüßte Bürgermeister Kind besonders. Er vergaß auch nicht den tatkräftigen Einsatz des Ehrenvorsitzenden Fritz Klein, der sich um das Zustandekommen der Sportgemeinschaft und des Dorffestes besonders verdient gemacht hatte.
Jubel, Trubel, Heiterkeit erfüllten den weiten Festplatz. Fast 2000 Menschen drängten sich allein am Samstagabend zwischen den Verkaufsständen und Zelten. Sie fanden längst nicht alle einen Sitzplatz, denn 500 überdachte und 200 Plätze im Freien standen zur Verfügung. Der benachbarte MGV Oesinghausen erfreute die Besucher mit einigen Ständchen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte an beiden Tagen die Feuerwehrkapelle Gummersbach. Bis zum frühen Morgen dauerte das fröhliche Leben und Treiben, nicht zuletzt begünstigt durch das warme Sommerwetter.
Mit einem zünftigen Frühschoppen begann der Festsonntag. Zu Gast waren u. a. die Feuerwehren aus Hunstig, Osberghausen und Weiershagen, sowie der Turnverein Osberghausen. Das offizielle Programm am Nachmittag wurde mit einer Kinderbelustigung eröffnet. Das ursprünglich geplante Kasperletheater fiel einem Gewitterregen zum Opfer. Heinz Schröder, Hermann Rüberg und F. W. Zimmermann machten aus der Not eine Tugend und wechselten in das Festzelt über. Auf der Tanzfläche kamen die Kinder voll auf ihre Kosten. Der Abend war dann den Erwachsenen vorbehalten. Eine Verlosung mit wertvollen Preisen rundete die Veranstaltung ab.
Der Start der Sportgemeinschaft, hinter der alle Ortsbewohner geschlossen stehen, war ausgezeichnet. Mit dem Reinerlös des Dorffestes sollen ein Kinderspielplatz angelegt, Ruhebänke aufgestellt und Wanderwege freigelegt werden. Für die späteren Jahre ist die Errichtung eines Jugendheimes geplant.
Foto: Ablichtung Original-Zeitungsausschnitt von 1964
