Silberseehalle wurde zur Elefantendisco
Oberbergischer Anzeiger, Ingo Lang, 28.08.1985.
Liedermacher wetteiferte mit Feuerwehrauto.
Die Pänz kamen beim dritten Kinderfest in Erbland voll auf ihre Kosten: Da gab es den Einmann-Zirkus „Chamäleon“, den Kinderbuchautor und Liedermacher Klaus W. Hoffmann und die Feuerwehr. Beim Kinderfest in der Silberseehalle.
Zum drittenmal hatte die Dorf- und Sportgemeinschaft Erbland (DSGE) diese Veranstaltung organisiert, der Erfolg war bombig. Denn es rückten nicht allein die Pänz aus der näheren Umgebung mit ihren Eltern an, sondern ganze Scharen auch aus Nachbargemeinden und -städten. Spaß gab es für die kleinen Gäste vier Stunden lang nonstop.
Gar nicht der einzige große Star war Hoffmann. bekannt als Melodienzauberer der „Sendung mit der Maus“, beim Fest. Klar, die Kleinen hingen ihm bei seinen Liedern an den Lippen, machten fröhlich alle Spielchen mit und quirlten nur so um ihn herum.
Ausgelassenheit und Heiterkeit kam da beim Lied vom EIefanten in der Disco auf jedoch auch völkerverbindende Klänge schlug Hoffmann mit dem Song vom türkischen Bauern Ali an, regte mit dem über den Hunger in der Welt („…man könnte den Hunger schon heilen, man müßte nur besser verteilen…“) zum Nachdenken an.
Mit Mütze und Blaulicht
Indes, neben diesen packenden Beiträgen gab es eben noch viele andere fesselnde Attraktionen für die Pänz. Vor allem die Feuerwehr. Sie hatte eins ihrer Autos mitgebracht. in dem jeder der Knirpse einmal richtig Feuerwehr spielen durfte. So echt mit Mütze, Haltekelle und BIaulicht. So einen Einsatz hatte das Fahrzeug bisher wohl noch nicht erlebt.
Mit einer Handspritze zielten nebenan die Steppkes in einen Wassereimer, die Mohrenkopfwurfmaschine lief heiß. Riesenandrang herrschte auch am Schminktisch, denn die Mädchen und Jungen wollten natürlich alle ihren Teint festlich-farbig aufbessern.
Erste Attraktion auf der Bühne in der Silberseehalle war der Zirkus „ChamäIeon“, hinter dem der Kölner Jürgen Sproß steckt. Allerlei Kunststückchen, Zauberei, Akrobatik und Clownerie reihte er aneinander, spuckte riesige Feuersäulen. Das war den ganz Kleinen dann doch etwas zu furchterregend, sie suchten derweil im roten Feuerwehrauto Zuflucht und Ablenkung.
Nach dem gelungenen Auftritt Hoffmanns, der auch erkältet und mit gerissener Gitarrensaite sein junges Publikum eine gute dreiviertel Stunde in seinen Bann zog, kam der Abschlußknüller, der Klümpchenmann. Den ganzen Anzug mit bunten Bonbons bestückt, rannte er durch die Reihen, war in wenigen Sekunden bis auf Fäden und Papierreste völlig geplündert.
Angesichts des großen Erfolges werde das Kinderfest im kommenden Jahr sicherlich wiederholt, versprach der stellvertretende Vereinsvorsitzende Hans-Egon Häring. Er lobte den Einsatz vor Irene und Rolf Steinmann und von Elke und Klaus-Peter Höhler, die entscheidend zum Gelingen beigetragen hätten.
Fotos: OA, Ingo Lang
Titelfoto (Repro): Der Liedermacher Klaus W. Hoffmann brachte die Kinder ganz schön auf Trab. Nicht nur beim Lied vom singenden Wasserhahn rissen sie sich darum, mitmachen zu dürfen.
Artikelfoto (Repro): Die Feuerwehr war der Clou für die Pänz. In dem roten Auto herrschte stundenlang Hochbetrieb.

