Es begann vor 25 Jahren mit einem Fußballspiel
Bericht in der OVZ vom 05.05.1987, Redakteur Lothar Keller
lk. Erbland.
Ein Fußballspiel mit Folgen über ein Vierteljahrhundert wurde 1962 zwischen Erbland, Schönenberg und Schneppsiefen ausgetragen: Es war der Auftakt zur Gründung der ,,Dorf- und Sportgemeinschaft“ (DSGE) dieser drei Orte, die am vergangenen Wochenende ihr silbernes Jubiläum feiern konnte. Gefeiert wurde am Samstag (2. Mai) selbstverständlich in der ,,Silberseehalle“, von eben dieser Gemeinschalt gebaut, und auch in der weiteren Umgebung seit vielen Jahren Synonym für feuchtfröhliche Feste.
Gummersbachs stellvertretender Bürgermeister Harald Müller wies in seinem Grußwort auf die zahlreichen Initiativen der DSGE hin, die das Leben in den drei Orten seit 25 Jahren prägen: Die Karnevalsfeier, das Osterfeuer, das Dorffest, die Weihnachtsfeiern und vieles mehr.
„Die drei Orte haben 1962 eine Flamme entzündet!“ meinte die erste Vorsitzende der DSGE, Inge Jacoby, in ihrer Begrüßung. „Ein Mensch von 25 Jahren steht in der Blüte seines Lebens“, so Inge Jacoby, „das können wir auch auf unsere Gemeinschaft übertragen! Unser Geburtstagskind war allerdings schon in den Windeln recht kräftig…“
Die Aufgabe der Dorfgemeinschaft sah die Vorsitzende in dem „Zusammenschluß von Menschen und der Pflege der Heimat im engeren Sinne“. Es sei heute nicht mehr selbstverständlich, Kraft für das Gemeinwohl aufzuwenden. Inge Jacoby warnend: „Wir dürfen uns nicht nur an die Anfänge zurückerinnern und uns nur am Feuer wärmen!“ Zwischen Datenbanken und Computerchips müsse noch „Platz für Blumen bleiben“, forderte die Vorsitzende, „es war eine Freude, die Blumen wachsen zu sehen – ich wünsche uns allen, daß wir Gärtner sind!“
Die Jubiläumsfeiern hatten am Freitag mit einer „Wiederauflage“ des historischen Fußballspiels begonnen. Dem Team aus Schneppsiefen/Schönenberg gelang die Revanche für die 2:1-Niederlage gegen Erbland anno 1962 allerdings nicht; die Mannschaften trennten sich unentschieden 1:1. Viele der Kicker von damals waren auch diesmal mit dabei.
Im Samstagabendprogramm nahm der umfangreiche Festvortrag von Heinz Schröder, wie die Rede von Inge Jacoby in der Festschrift abgedruckt, den breitesten Raum ein. Mit vielen Bildern unterlegt, ließ Schröder die vergangenen 25 Jahre in der Dorfgemeinschaft Revue passieren. Kaum ein „Verzällcher“ von den „Vätern“ der DSGE, an das er nicht noch einmal erinnert hätte. Und da gab es viel zu erzählen: vom „Kleins Fritz“, der den größten Anteil an der Gründung der Gemeinschaft hatte, und in dessen Keller alles anfing; vom ersten Dorffest, zu dem gleich 3 000 Besucher kamen (mit den Einnahmen wurde ein Spielplatz finanziert), vom Bau der Silberseehalle und vielen anderen Ereignissen.
Stolz verzeichnete Schröder, daß die Gemeinschaft bisher fast keine Zuschüsse für ihre Arbeit erhalten hat, sondern alles selbst finanzierte. (Inge Jacoby fragte daher Harald Müller, als er einen Umschlag übergab, erst einmal, ob denn da auch etwas drin sei …).
Als, „roten Faden“ hatte Heinz Schröder den Begriff der „Gemeinschaft“ durch seinen Vortrag gezogen. „Hin und wieder waren ein paar dünne Stellen in dem Faden – aber die Hauptsache war doch immer, daß er hielt!“ Er wünsche sich, daß alle diesen „roten Faden“ zu einem Netz knüpfen, in das dann „alle Schätze vom Silbersee – an erster Stelle unsere Mitbürger – eingepackt werden“.
Musikalisch wurde die Feier vom MGV Oesinghausen umrahmt; das gemütliche Beisammensein nach dem offiziellen Teil unterstützte „Pepe’s Company“ mit Tanzmusik.
Titelbild Wolfgang Röhrich, OVZ: Der Vorstand der Dorfgemeinschaft im Jubiläumsjahr 1987
Anmerkung zu den abgebildeten Personen am Vorstandstisch der DSGE (UT), v.l.n.r.: Camille Jacobi, Renate Neese, Rainer Korte, Gisela Schröder, Heinz Schröder, Margit Schmidt, Horst Meier, Klaus Frackenpohl, Hans-Egon Häring, Inge Jacobi.

